Praktikum auf dem Dach

Praktikum auf dem Dach

Was erwartet Dich bei einer Zimmerei oder Dachdeckerei?
Als Praktikant kann man lernen, wie man Kaffee kocht und stundenlang kopiert. Oder Du entscheidest Dich für eine Stelle im Handwerk. Da wird angepackt! Und am Ende des Tages siehst Du, was mit einer guten Planung und handwerklichem Geschick, geschafft werden kann. Wir haben einige Zimmereien und Dachdeckereien gefragt, was sie von Praktikanten in ihrem Betrieb erwarten.

Richtig bewerben

Schriftlich ist gut, persönlich noch besser

Da sind sich die Handwerksbetriebe einig: der beste Weg für Deine Bewerbung ist, Dich mündlich persönlich vorzustellen. Eine schriftliche Bewerbung ist daher oft gar nicht nötig. Viel wichtiger sind Dein Erscheinungsbild und Auftreten. Dazu noch ein fester Händedruck und Lust darauf, auf der Baustelle mit anzupacken.

Wenn Du es ganz genau machen möchtest, dann bringe eine kurze schriftliche Bewerbung mit. So wirst du vom Betrieb garantiert nicht vergessen. Formuliere Deinen Bewerbungstext interessant. Als Schüler hast Du wahrscheinlich noch nicht viel Arbeitserfahrung und deshalb könnte Dein Lebenslauf und Anschreiben etwas leer wirken. Schreib deshalb auf, warum Du Interesse an einem Einblick in das Dachdecker- oder Zimmereigewerk hast und was Du gerne lernen möchtest.

Praktikumszeitraum

Generell kann ein Praktikum von einem Tag über mehrere Wochen bis hin zu 3 Monaten dauern. Die Betriebe waren sich jedoch überwiegend einig: je länger desto besser. Denn in den ersten Tagen kannst Du vor allem viel beobachten und einen Eindruck vom Dachdecker- und Zimmerer-Alltag bekommen. Anschließend kannst Du bei immer mehr Arbeiten selbst mitmachen und anpacken.

Das richtige Alter

Du darfst nicht zu jung sein, sonst kann es zu Problemen wegen der Arbeitszeiten kommen. Ab 15 Jahren kannst Du als Jugendlicher bis zu 8 Stunden am Tag arbeiten. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es nicht.

Erwartungen an Dich

Sichere Kleidung

Wenn Du eine Zunfthose hast, wäre das natürlich ideal, aber das ist keinesfalls ein Muss. Denn bei der Bekleidung hast Du die freie Wahl. Wobei "frei" ein wenig durch Sicherheitsbestimmungen eingeschränkt wird.

Die Hauptsache ist, dass deine Schuhe eine feste und durchtrittsichere Sohle haben. Oft liegen auf der Baustelle Nägel oder andere spitze Gegenstände rum. Da hinein zu treten ist sehr schmerzhaft und gefährlich. Von Vorteil wäre auch ein gutes Profil für einen sicheren Tritt und eine Zehenkappe, um den vorderen Fußteil vor runterfallenden schweren Gegenständen zu schützen. Turnschuhe müssen demnach zuhause bleiben.

Auf dem Bau ist man Wind und Wetter ausgesetzt. Deshalb musst Du darauf achten, dass Deine Kleidung witterungsgerecht ist. Einen Regenschauer oder gar Schneefall sollten Deine Jacke und Hose aushalten können.

Die Materialien, mit denen Du arbeitest, haben eine gewisse Festigkeit. Wenn Du Dich auf den Boden kniest oder mal an einem Holzbalken hängenbleibst, muss Deine Bekleidung so robust sein, dass sie das aushält.

Besondere Aufmerksamkeit

Es ist immer wichtig, dass Du auf Dich und mögliche Gefahren aufpasst. Achte darauf, die Tätigkeiten vom Dachdecker oder Zimmerer aufmerksam zu beobachten und selbst konzentriert zu arbeiten. So bist Du gut vor Arbeitsunfällen geschützt. Beginne jede Aufgabe mit einer großen Portion Motivation, so bleibst Du bei deinen Arbeitsschritten fokussiert.

Richtfest feiern, statt Kaffee kochen

Tätigkeiten als Praktikant

Es gibt viele Aufgaben, die Du übernehmen kannst. Je nachdem, wie geschickt Du bist, kannst Du zum Beispiel: Latten sägen, Dachpfannen eindecken, Nägel in die Traufe schlagen, beim Treppenbau pinseln helfen, Materialien und Werkzeug reichen und auch Maschinen bedienen, wenn das Risiko überschaubar ist.

Werkstatt fegen kommt bei vielen Betrieben auf jeden Fall nicht in Frage.
Praktikum mit Spass

Lachen ist erlaubt

Gelegentlich passieren auf dem Bau lustige Dinge. Daran sind auch gerne Mal Praktikanten "schuld". Aber was wäre der Arbeitsalltag auf der Baustelle ohne ein bisschen Spaß?

Die Betriebe erzählen:
Ein Praktikant sollte bei einem schweren Holzbalken mit anpacken und da geschah natürlich der Klassiker- seine Hose riss ihm am Hintern auf.
Ein anderer Praktikant wurde auf dem Weg zur Baustelle und wieder zurück im Firmen-Transporter mitgenommen. Auf jeder Fahrt hat er sich sofort auf die Rückbank gelegt und ist innerhalb von Sekunden eingeschlafen. Das geht natürlich gar nicht. Aber im Nachhinein ist es immer wieder ein Lacher.
Ein Tagespraktikant hat bei uns für Aufsehen gesorgt. Die erste Tageshälfte packte er fleißig mit an, aber dann verging ihm die Lust und rief seine Mutter in der Mittagspause an. Die fuhr mit dem Auto vor und schaffte ihren Sohn nach Hause.
Wir hatten in unserer Zimmerei eine Architektur-Studentin im Praktikum. Auf einem flachen Dach sollte sie Schneestopphaken anbringen. Dazu musste sie die Ziegel anheben und die Haken drunter schieben. Dabei hat sie sich so witzig angestellt, dass wir uns und die vorbeifahrenden Autofahrer, das Schmunzeln nicht verkneifen konnten.?

Jetzt geht's ans Eingemachte

Wird bezahlt?

Oftmals sind die Praktika unentgeltlich. Das kann aber von Betrieb zu Betrieb variieren. Manche Dachdecker oder Zimmerer zahlen ein kleines Handgeld oder sogar etwas mehr, wenn Du besonders gute Arbeit leistest. Andere Betriebe wiederum geben Praktikanten ein Geschenk als Dankeschön mit. Erwarte nichts, dann wirst Du vielleicht überrascht. Und: Was gibt es besseres, als mit Arbeitserfahrung belohnt zu werden? ?

Warum nehmen manche Betriebe keine Praktikanten?

Der Aufwand ist oft sehr hoch, einen Praktikanten einzuarbeiten. Das bedeutet: Zeit, die benötigt wird, Dir als Praktikanten etwas zu erklären, könnte der Dachdecker oder Zimmerer auch für Arbeiten auf der Baustelle nutzen.

Außerdem sind die Arbeiten meist anspruchsvoll. Viele Tätigkeiten können daher nicht von Ungelernten übernommen werden. Dann wird es schwer, Dich als Praktikanten für 8 Stunden zu beschäftigen.

Wiederum gaben einige Betriebe an, fehlt den Bewerbern heutzutage oft das handwerkliche Geschick.
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